Hamster sicher und artgerecht transportieren
Ein Transport ist für einen Hamster ungewohnt und kann Stress verursachen. Mit der richtigen Transportbox und einer guten Vorbereitung lässt sich dieser Stress deutlich verringern.
Wichtig ist, dass der Hamster während des gesamten Transports sicher untergebracht ist, vor Kälte und Überhitzung geschützt wird und wenig zusätzlichen Belastungen ausgesetzt ist.
Welche Transportbox ist geeignet?
Für Hamster sollte eine mittelgroße bis große, stabile Transportbox verwendet werden. Sehr kleine Boxen unter 23 cm Länge sind nicht geeignet. Der Hamster hat darin zu wenig Platz und kann sich kaum bewegen. Zusätzlich ist weniger Platz für Einstreu, die die Box auspolstert und vor Verletzungen schützt.
Die Transportbox sollte:
- gut belüftet sein
- ausreichend groß sein
- sicher verschließbar und ausbruchssicher sein
- keine Gitterstäbe oder Gitterflächen aus Metall haben
- keine Ebenen oder hohe Verstecke enthalten
- aus stabilem Material bestehen
- einen vollständig geschlossenen Boden haben
Pappschachteln, Transportkörbe, Vogelkäfige Gitterkäfige oder Gitterboxen sind keine geeigneten Transportmöglichkeiten. Auch Stoff-Tragetaschen sind nicht empfehlenswert, weil Hamster sich durch Stoff und Nähte schnell durchbeißen und dadurch während des Transports befreien oder verletzen können. Transportboxen für Hunde oder Katzen sind auch nicht verwendbar, da die Öffnungen zu groß sind und Hamster dadurch leicht entkommen können.
Achtung bei Mittelhamstern
Gerade bei geschickten Mittelhamstern sollte auf die Ausbruchsicherheit besonders geachtet werden. Manche Tiere schaffen es beispielsweise, Transportboxen mit einem aufliegenden Deckel – etwa bestimmte Modelle von Trixie – zu öffnen, sobald sie den Deckel erreichen.
Hier gilt: Der Hamster sollte den Deckel möglichst gar nicht erreichen können. Eine große Transportbox und der Verzicht auf hohe Verstecke kann dabei helfen.
Zusätzlich kann die Box beispielsweise mit einem Karabiner oder Kabelbinder während dem Transport gesichert werden. Wichtig ist, dass sich die Sicherung nicht lösen und der Hamster sich daran nicht verletzen kann.
Wie transportiere ich die Box richtig?
Es empfiehlt sich die Transportbox nicht einfach ungeschützt in der Hand mitzunehmen.
Stattdessen kann man eine luftdurchlässige Stofftasche mit einem Handtuch auslegen und die Transportbox darin verstauen. Dadurch wird die Box stabilisiert und besser vor äußeren Einflüssen, wie Sonne, Lärm oder Wind geschützt.
Ein roter Stoffbeutel kann die Transportbox zusätzlich abdunkeln, da Hamster rotes Licht deutlich schlechter wahrnehmen als wir Menschen.

Besonders wichtig ist:
- Die Transportbox vor direkter Sonne schützen.
- Zugluft und starken Wind vermeiden.
- Große Temperaturschwankungen von Innen- und Außentemperatur vermeiden. Im Sommer kann es beispielsweise helfen den Transport auf die Morgen- oder Abendstunden zu verschieben.
- Die Box abdunkeln, da dies für viele Hamster weniger Stress bedeutet. Manche Tiere verschlafen den Transport dadurch sogar weitgehend.
- Die Box trotzdem immer ausreichend belüftet lassen. Sie darf niemals luftdicht abgedeckt oder in einem geschlossenen Plastiksackerl transportiert werden.
- Die Transportbox niemals in einer ungesicherten Umgebung öffnen. Auch ein zahmer Hamster kann durch die ungewohnte Situation in Panik geraten und versuchen zu flüchten. Sollte ein Öffnen notwendig sein, sollte dies in einem geschlossenen Raum erfolgen.
Auf die Temperatur achten
Hamster reagieren empfindlich auf große Temperaturunterschiede. Je nach Wetter kann deshalb ein Kirschkernkissen oder ein Coolbag zum Ausgleichen der Temperatur sinnvoll sein.
Dabei sollte Wärme oder Kälte niemals direkt und ungeschützt für den Hamster erreichbar sein. Die Box sollte weder zu warm noch zu kalt werden. Ziel ist eine angenehme und möglichst gleichbleibende Temperatur.
Nach einer Operation ist es wichtig, dass der Hamster warmgehalten wird. Hamster können ihre Körpertemperatur nicht vollständig selbst regulieren und sind daher auf die Umgebungstemperatur angewiesen. Nach einer Narkose kann es ihnen besonders schwerfallen, ihre Körpertemperatur zu halten. Deshalb sollte der Hamster in dieser Zeit warmgehalten und vor dem Auskühlen geschützt werden.
Was kommt in die Transportbox?
Bei einem normalen Transport können folgende Dinge in die Box:
- Einstreu, wenn möglich mit vertrautem Geruch
- eine sichere Versteckmöglichkeit, bei der kein Verletzungsrisiko besteht
- etwas Futter
und bei längeren Transporten
- Gurke als Flüssigkeitslieferant

Am wichtigsten ist für einen Hamster der vertraute Geruch. Deshalb soll am besten altes Streu aus dem Gehege, die nach dem Hamster riecht, in die Transportbox gegeben werden. Die im Gehege fehlende Streu kann nach dem Transport durch neue ersetzt werden und macht dort im vertrauten Gehege keinen so großen Unterschied.
Zum Verstecken reichen vielen Hamstern bereits einige Zentimeter Einstreu. Man kann auch ein paar größere Stücke Küchenpapier anbieten, die der Hamster zum Verstecken verwenden kann. Falls man ein Versteck anbieten möchte, sollte es keinesfalls schwer sein, sodass es beim Unterbuddeln oder bei Bewegungen der Transportbox den Hamster nicht verletzen kann.
Je nach Situation gibt es allerdings ein paar Ausnahmen und Tipps:
Wenn die Backentaschen kontrolliert werden
Muss der Hamster beispielsweise beim Tierarzt auf entzündete Backentaschen untersucht werden, sollte kein Futter für den Transport mitgegeben werden. Andernfalls kann der Hamster seine Backentaschen während der Fahrt weiter füllen und eine notwendige Untersuchung erschweren.
Wenn eine Narkose bevorsteht
Steht eine Narkose bevor und wird der Hamster direkt wieder in die Transportbox gegeben sollte kein Streu in der Transportbox verwendet werden.
Eine Möglichkeit ist, die Einstreu erst für den Weg zur Praxis zu verwenden und sie dort vor der Narkose zu entfernen. Die Transportbox kann anschließend beispielsweise mit geeignetem Küchenpapier ausgelegt werden.
Der Grund ist, dass vor allem in der Aufwachphase wichtig ist, dass die Atemwege des Hamsters frei sind. Mit einer leeren Box kann verhindert werden, dass Streu eingeatmet wird oder andere Probleme verursacht.
Hier gilt immer: Die konkreten Anweisungen der behandelnde Tierarztpraxis haben Vorrang.
Nach einer Operation
Auch nach einer Operation sollte auf Streu verzichtet werden und stattdessen groß zerrissenes Klopapier oder Küchenpapier verwendet werden. Dadurch lässt sich vermeiden, dass Streupartikel in die Operationswunde gelangen und diese verunreinigen.
Wasserflaschen oder Wassernapf?
Eine Wasserflasche ist für einen Transport in der Regel keine gute Lösung. Durch die Bewegung kann sie auslaufen. Das gleiche gilt auch für einen Wassernapf, der leicht umkippen und den Hamster durchnässen kann. Ein nasser Hamster kann schneller auskühlen, außerdem kann die Feuchtigkeit die Entstehung von Atemwegsproblemen begünstigen.
Bei längeren Transporten kann ein Gurkenstück als kurzfristiger Wasserersatz gegeben werden.
Welches Transportmittel?
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Bei Fahrten mit Bus, Straßenbahn oder Zug sollte die Transportbox, sicher getragen oder abgestellt werden und nicht auf dem Boden stehen.
Wenn der Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln, kompliziert oder mit häufigem Umsteigen verbunden ist, kann ein Taxi eine ruhigere und besser planbare Alternative sein. Sehr lange Transporten im selben Verkehrsmittel verschlafen die meisten Hamster.
Mit dem Auto
Im Auto muss die Transportbox gegen Umkippen, Verrutschen und Herunterfallen gesichert werden.
Fährt eine Begleitperson mit, kann sie die Box sicher halten. Wenn man alleine fährt, sollte die Box so befestigt werden, dass sie während der Fahrt nicht verrutschen kann. Außerdem sollte das Auto bereits vor dem Einsteigen des Hamsters auf eine angenehme Temperatur gebracht werden.
Einen Hamster niemals alleine im abgestellten Auto zurücklassen. Bereits bei vergleichsweise milden Außentemperaturen kann sich ein Fahrzeug sehr schnell aufheizen.
Fazit
Eine gute Transportbox muss nicht aufwendig eingerichtet sein. Entscheidend sind Sicherheit, ausreichend Platz, eine stabile Temperatur, Schutz vor äußeren Einflüssen und der vertraute Geruch. Der Transport sollte so ruhig und erschütterungsarm wie möglich erfolgen.

